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Neuigkeiten und aktuelle Veranstaltungen

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Veranstaltungen des Max-Samuel-Hauses
Oktober 2019





In Kooperation mit „Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.“

Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.

Vortrag
Dr. Armin H. Flesch: Die Erben der Arisierung
Mittwoch, 23. Oktober um 18.30 Uhr
Eintritt: 5,-€ (bis 18 Jahre frei)

Erinnern und Wahrhaftigkeit sind von zentraler Bedeutung in einer Zeit, in der antisemitische Ressentiments zunehmen und bei Meinungsumfragen mehr als 50 % der Befragten mit dem Begriff Auschwitz nichts anzufangen wissen. Zum Erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus gehört auch ein wenig beachtetes, aber bis heute wirksames Ereignis: Die „Arisierung“ genannte Enteignung der deutschen und europäischen Juden.
Den Anfang machte eine E-­Mail vom 20. Juni 2014, Adressat war der Freie Autor und Journalist Armin H. Flesch in Frankfurt am Main. Geschrieben hatte ihm der Enkel eines ehemaligen Frankfurter jüdischen Unternehmers, dessen Firma Mitte der Dreißigerjahre arisiert worden war. 80 Jahre später behaupteten die Nachkommen des einstigen Ariseurs wahrheitswidrig, ihr Unternehmen blicke auf „100 Jahre Familientradition“ zurück.
Diese Geschichte hätte einen nicht zu langen Zeitungsartikel ergeben sollen – keine große Sache, drei, vier Tage Arbeit vielleicht. Doch die Suche nach alten Unterlagen führte Armin H. Flesch zu weiteren, teils spektakulären Arisierungsfällen wie jenem der Fabrik und heutigen Firmenzentrale eines Chemieunternehmens in Lahnstein.
Archivrecherchen im In-­ und Ausland – unter anderem im LHA Koblenz – und Interviews lösten eine Beschäftigung des Frankfurter Journalisten mit dem Thema Arisierung aus, die bis heute fortdauert: Wer profitierte vom legalisierten Raub und Mord an den Juden? Wie verhalten sich die heutigen Eigentümer arisierter mittelständischer Familienunternehmen zur NS-­Vergangenheit ihrer Firma und Familie? Welche Bedeutung hat die Arisierung für das Verständnis des Holocaust und der deutschen Gesellschaft vor und nach 1945? Welche konkreten Auswirkungen hat sie bis heute?
Auf diese und andere Fragen sucht Armin H. Flesch mit seiner Arbeit Antworten.



Im Rahmen der 4. Jüdischen Kulturtage
16. Oktober bis 6. November
Eine musikalische Lesung
Jüdische Gauchos – Musik und Rezitation Lucian Plessner
Dienstag, 29. Oktober um 19.00 Uhr
Eintritt: 10,-€ / 8,-€ (ermäßigt für Jugendliche unter 18 Jahren und Studenten)

Der argentinische Schriftsteller jüdischer, ukrainischer Herkunft Alberto Gerchunoff (1883-1950), gilt als Vater der jüdischen Literatur Lateinamerikas und als Mitbegründer des hier so genannten magischen Realismus. Er verfasste das erste lateinamerikanische Werk über die jüdische Immigration in die neue Welt. Sein Buch Los Gauchos Judíos (Jüdische Gauchos) avancierte nach seiner Veröffentlichung 1910 zum ersten ‚Bestseller’ Argentiniens.
Die stimmungsvollen, aber auch tiefsinnigen Erzählungen schildern ein jüdisches Landleben in der unendlichen Weite der argentinischen Pampa, die Verbundenheit zu einer atemberaubend eindrucksvollen Natur, die Annäherung an die Gauchos, Indios und Landarbeiter; eine für Juden aus den europäischen Schteteln vollkommen neue Erfahrung. Das neue Land in Argentinien, Entre Ríos genannt – zwischen den Flüssen, wird zum Hoffnungsträger eines verheißenen Landes ohne Pogrome und Repressalien. Hier soll in biblischer Anlehnung ein gottgefälliges Leben als Bauer und Hirte gestaltet werden, ein jüdisches Mesopotamien.
In diesen Kolonien, maßgeblich 1889 durch den deutschen Baron Maurice von Hirsch finanziert, entwickeln die aus dem zaristischen Russland, der Ukraine, Deutschland und Bessarabien Geflohenen eine vollkommen neue Symbiose in Weltanschauung und Kultur. In diesem ursprünglichen Refugium der Gauchos entsteht eine Literatur und Musik, die geprägt ist von Sinnlichkeit und talmudisch geschultem Denken. Bewährte Traditionen geraten in Konflikt mit den Verlockungen der neuen Welt – unwiderstehlich reizvoll für beide Seiten.
Diese jüdischen Gauchos bringen Musiker und Literaten hervor die gemeinsam mit den echten Gauchos, Landarbeitern und Indios als so genannte Poetas Gauchescos (Gaucho Poeten) maßgeblich an der Entstehung der argentinischen Folklore mitwirken und einen beachtlichen Beitrag zur kulturellen Identität des Landes leisten.
Der Konzertgitarrist Lucian Plessner spielt hochvirtuose Stücke der argentinischen Folklore, die er mit dem Großmeister des Genres, dem Sänger und Gitarristen Eduardo Falú schon als Jugendlicher erarbeitet hat und liest aus den Erzählungen Gerchunoffs.

Das Gesamtprogramm der Kulturtage finden Sie hier: www.synagoge-rostock.de


Plessner - Premiere 2018




Aktuelle Ausstellung:
Das Schiff
Rostock – Santiago de Chile
Bilder eines Lebens im Exil 1934 – 1964
Ein fotografisches Projekt von Irma Bernhard
22. August 2019 - 20. Februar 2020

Die Geschichte hinter dem Fotoprojekt Das Schiff / Rostock-Santiago ist inspiriert von der Emigration meines Vaters Joachim Bernhard, seiner Familie aus Rostock und seiner Reise nach Chile, dem fernen und unbekannten Land in Südamerika, in das sie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs als Einwanderer kamen.
Diktatur und Antisemitismus im nationalsozialistischen Deutschland führten zum Ende ihres glücklichen Familienlebens und lösten die Reise des jungen Joachim im Alter von 16 Jahren aus: Er wurde 1934 von seinen Eltern nach Chile geschickt. Sie sollten ihm fünf Jahre später folgen.
Zu den wichtigsten Dingen, die mein Vater mit sich nahm, gehörte seine wertvolle Kamera, mit der er alles fotografierte - vom ersten Tag, an dem er sein Zuhause verließ, um auf eine Reise ohne Wiederkehr zu gehen, bis zu seiner Ankunft in Valparaiso. Dabei hielt er Tag für Tag die Einzelheiten seiner Schiffsreise fest.
In dieser umfangreichen Sammlung von Fotografien, Briefen und Zeugnissen offenbaren mein Vater und meine Großeltern emotionale Eindrücke ihres Exils, ihre starke Bindung an die Heimat, die ihnen genommen wurde; sie reflektieren Kultur und Leben in Chile.
Das Bedürfnis, ihre Geschichten vor dem Vergessen zu bewahren, hat mich dazu veranlasst, dieses Projekt zu erstellen und in einen visuellen Corpus zu verwandeln. Das Projekt Das Schiff/Rostock-Santiago visualisiert die erzwungene Auswanderung und ist ein Zeugnis des Lebens von Einwanderern in Santiago de Chile. Es soll den Betrachter dazu anregen, über die Bedeutung eines Neubeginns im Leben nachzudenken.
Irma Bernhard

Flyer - Das Schiff


Allgemeine Informationen zur Ausstellung


Ausstellungszeitraum: 22. August 2019 - 20. Februar 2020
   
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 10.00 - 16.00 Uhr und nach Absprache
   
Kuratorin: Irma Bernhard
   
Führungen: Dienstag, 05.11.2019 um 17.00 Uhr
  Dienstag, 26.11.2019 um 17.00 Uhr
  Dienstag, 14.01.2020 um 17.00 Uhr
  Sonntag, 26.01.2020 um 15.00 Uhr
  Sonntag, 09.02.2020 um 15.00 Uhr
Führungen werden begleitet durch: Steffi Katschke, Dr. Ulf Heinsohn
   
Eintritt: zur Ausstellung: 3,-€ • bei Führungen: 5,-€
  (für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren freier Eintritt)
   
  Führungen für Gruppen sind auf Anfrage möglich. Bitte sprechen Sie uns an!



Veranstaltungskalender November - Dezember 2019:
Weitere Veranstaltungen werden noch bekannt gegeben.

Konzert
Marie-Luise Böning und Lena Sophia Schmidt sind Nymphetamin
Verfemt. Verfolgt. Geliebt. - Lieder einer Vertriebenen -
Dienstag, 19. November um 19.00 Uhr
Eintritt: 10,00 €/ 8,00 € (ermäßigt für Jugendliche unter 18 Jahren und Studenten)


 
 
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