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Neuigkeiten und aktuelle Veranstaltungen

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Veranstaltungen des Max-Samuel-Hauses
November 2019





Denksteineinweihung für
Selma und Albert Bragenheim
Laurembergstraße 28, 18059 Rostock (Tweelviertel)
Mittwoch, 13. November um 14.30 Uhr

Der Verein der Freunde und Förderer des Max-Samuel-Hauses e. V. lädt alle Interessierten am Mittwoch, den 13. November um 14.30 Uhr ein, an der Enthüllung von zwei „Denksteinen“ für Selma und Albert Bragenheim teilzunehmen.
Die Veranstaltung findet in der Laurembergstraße 28 im Rostocker Tweelviertel statt. Die beiden Steine wurden von einer privaten Spenderin finanziert. Mit diesen Steinen sind insgesamt 63 Denksteine im Rostocker und Warnemünder Stadtgebiet verlegt.

Albert Bragenheim (09.08.1879 Neukalen – 11.07.1942 Auschwitz)
Selma Bragenheim, geb. Bonheim (12.07.1884 in Schwerin - 11.07.1942 Auschwitz)
Albert Bragenheim wurde 1879 in Neukalen geboren. Er machte eine Ausbildung bei dem Kaufmann Marcus Rosenberg in Krakow. Nach dessen Tod war Albert Bragenheim als kaufmännischer Angestellter ab 1900 bei der Witwe des Kaufmanns weiterhin tätig. 1902 heiratete er die Tochter der Rosenbergs, Hedwig (1873-1905). Sie starb jedoch bald nach der Geburt ihrer Tochter Ilse (1904).
1906 heiratete Albert Bragenheim Selma Bonheim, die 1884 in Schwerin geboren worden war – die Kinder Charlotte und Hans Hermann kamen 1908 und 1909 in Krakow zur Welt.
Die Familie zog 1928 nach Rostock, wo Albert als Versicherungsinspektor Arbeit fand. Selma und Albert, Hans Hermann und Charlotte mit ihrem Mann Erich Rosenthal lebten in der Laurembergstraße 28. Charlotte und Erich Rosenthal konnten 1938 noch rechtzeitig nach Shanghai emigrieren.
In den frühen Morgenstunden des 10. November 1938 brannte die Rostocker Synagoge in der Augustenstraße 101, SS- und SA-Trupps drangen in jüdische Häuser, Wohnungen, Geschäfte ein und verwüsteten sie. In Folge der Pogromnacht wurden in Rostock 64 erwachsene Männer in sogenannte „Schutzhaft“ genommen. Sie wurden in das Landeszuchthaus Alt-Strelitz gebracht. Auch Albert und sein Sohn Hans Hermann zählten zu ihnen.
Albert kam nach wenigen Wochen, Anfang Dezember, frei. Hans Hermann wurde erst im Januar 1939 entlassen. Er konnte in den nächsten Monaten ins Ausland entkommen – zu Schwester und Schwager nach Shanghai. Die älteste Tochter Ilse hatte Julius Pommer geheiratet und war mit ihm bereits 1935/36 nach Südamerika ausgewandert.
1942 lebten Selma und Albert Bragenheim zusammen mit dem Ehepaar Wunderlich in der Wendenstraße 2. Wann und warum sie dorthin ziehen mussten, ist nicht gesichert. Möglicherweise aus dem Grund, dass ab April 1939 Juden nur noch bei Juden zur Miete wohnen durften. Es gab in Rostock nicht mehr viele Häuser in jüdischem Besitz. Das Haus in der Wendenstraße 2 gehörte Martin Levy, der sich im Juli 1941 aus Angst vor Deportation aus dem Fenster gestürzt hatte.
Beide Familien sollten zusammen mit weiteren 18 Juden am 10. Juli 1942 um 7.01 Uhr den Zug nach Ludwigslust besteigen. Dort mussten sie auf einen Zug aus Hamburg warten. Am nächsten Tag wurden sie über Berlin nach Auschwitz deportiert. Sofort nach ihrer Ankunft wurden alle Rostocker in Auschwitz vergast.


Stadtarchiv Rostock_Kennkartenantrag Selma und Albert Bragenheim




Konzert
Marie-Luise Böning und Lena Sophia Schmidt sind Nymphetamin
Verfemt. Verfolgt. Geliebt. - Lieder einer Vertriebenen -
Dienstag, 19. November um 19.00 Uhr
Eintritt: 10,00 €/ 8,00 € (ermäßigt für Jugendliche unter 18 Jahren und Studenten)

Auch 70 Jahre nach der Shoah ist Musik verfemter, während des Holocaust vertriebener und verfolgter Komponisten aktuell und berührend. Dass sie den Zuhörer nicht nur beklemmend lauschen, sondern ebenso mit gutem Gewissen liebevoll schmunzeln lässt, möchte NYMPHETAMIN mit diesem Programm zeigen. Das deutsch-schweizerische Duo, Preisträger diverser Awards, spielt seit 2012 in reger Konzerttätigkeit deutschlandweit und lässt die Melodien von W.R. Heymann, H. Eisler, Brecht & Weill, G. Kreisler in neuem Glanz erstrahlen.
Marie-Luise Böning: Stimme
Lena Sophia Schmidt: Klavier
www.nymphetamin.com


Marie-Luise Böning_Lena Sophie Schmidt




Aktuelle Ausstellung:
Das Schiff
Rostock – Santiago de Chile
Bilder eines Lebens im Exil 1934 – 1964
Ein fotografisches Projekt von Irma Bernhard
22. August 2019 - 20. Februar 2020

Die Geschichte hinter dem Fotoprojekt Das Schiff / Rostock-Santiago ist inspiriert von der Emigration meines Vaters Joachim Bernhard, seiner Familie aus Rostock und seiner Reise nach Chile, dem fernen und unbekannten Land in Südamerika, in das sie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs als Einwanderer kamen.
Diktatur und Antisemitismus im nationalsozialistischen Deutschland führten zum Ende ihres glücklichen Familienlebens und lösten die Reise des jungen Joachim im Alter von 16 Jahren aus: Er wurde 1934 von seinen Eltern nach Chile geschickt. Sie sollten ihm fünf Jahre später folgen.
Zu den wichtigsten Dingen, die mein Vater mit sich nahm, gehörte seine wertvolle Kamera, mit der er alles fotografierte - vom ersten Tag, an dem er sein Zuhause verließ, um auf eine Reise ohne Wiederkehr zu gehen, bis zu seiner Ankunft in Valparaiso. Dabei hielt er Tag für Tag die Einzelheiten seiner Schiffsreise fest.
In dieser umfangreichen Sammlung von Fotografien, Briefen und Zeugnissen offenbaren mein Vater und meine Großeltern emotionale Eindrücke ihres Exils, ihre starke Bindung an die Heimat, die ihnen genommen wurde; sie reflektieren Kultur und Leben in Chile.
Das Bedürfnis, ihre Geschichten vor dem Vergessen zu bewahren, hat mich dazu veranlasst, dieses Projekt zu erstellen und in einen visuellen Corpus zu verwandeln. Das Projekt Das Schiff/Rostock-Santiago visualisiert die erzwungene Auswanderung und ist ein Zeugnis des Lebens von Einwanderern in Santiago de Chile. Es soll den Betrachter dazu anregen, über die Bedeutung eines Neubeginns im Leben nachzudenken.
Irma Bernhard

Flyer - Das Schiff


Allgemeine Informationen zur Ausstellung


Ausstellungszeitraum: 22. August 2019 - 20. Februar 2020
   
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 10.00 - 16.00 Uhr und nach Absprache
   
Kuratorin: Irma Bernhard
   
Führungen: Dienstag, 26.11.2019 um 17.00 Uhr
  Dienstag, 14.01.2020 um 17.00 Uhr
  Sonntag, 26.01.2020 um 15.00 Uhr
  Sonntag, 09.02.2020 um 15.00 Uhr
Führungen werden begleitet durch: Steffi Katschke, Dr. Ulf Heinsohn
   
Eintritt: zur Ausstellung: 3,-€ • bei Führungen: 5,-€
  (für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren freier Eintritt)
   
  Führungen für Gruppen sind auf Anfrage möglich. Bitte sprechen Sie uns an!





 
 
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