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Neuigkeiten und aktuelle Veranstaltungen

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Veranstaltungen des Max-Samuel-Hauses
Juli 2018





Denksteineinweihung für
Julius David
Donnerstag, 19. Juli, 17.00 Uhr
Ort: Lange Str. 15/16, ehemals 90

Der Verein der Freunde und Förderer des Max-Samuel-Hauses e. V. lädt auch im Namen der Spenderin, alle Interessierten zur Teilnahme an der Enthüllung des „Denksteins“ für Julius David ein. Die Veranstaltung findet in der Langen Str. 15/16, ehemals Hausnummer 90, statt.

Julius David (21.12.1891 Dummerfitz – 24.06.1943 in Rostock tödlich verunglückt)
Julius David stammte aus dem ostpommerschen Dummerfitz bei Neustettin. Der gelernte Glaser zog nach Rostock, wo er im Oktober 1913 zum Militärdienst im Füsilier-Regiment 90 Rostock einberufen wurde. Er nahm 1914 bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil. Noch im Oktober 1918 wurde er schwer verwundet. Für seinen Einsatz wurde ihm das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen.
1919 heiratete Julius David die Rostockerin Erna Langhoff. Vor der Hochzeit trat er zum evangelisch-lutherisch Glauben über. Die Familie lebte mit ihren Kindern viele Jahre in der Langen Straße 90, wo auch der Denkstein verlegt werden wird.
Von 1919 bis 1942 war er als Arbeiter bei verschiedenen Firmen tätig: Er war Speditionsarbeiter, Kartoffelsammler, Zuschläger (Gehilfe eines Schmiedes) in einer Wagenfabrik, Aushilfe in den Heinkel-Werken und Lagerhalter.
Aufgrund der Nazigesetzgebung musste Julius David ab 1938 den zusätzlichen Vornamen „Israel“ annehmen, um sich im Schriftverkehr als Jude zu erkennen zu geben, sowie eine Judenkennkarte beantragen.
Nach der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 wurde er im Landeszuchthaus Alt-Strelitz inhaftiert. Er kam jedoch schon Anfang Dezember wieder frei, da er als Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges ausgezeichnet war.
Laut den "Nürnberger Gesetzen" galt er als Jude. Seine Ehe mit einer Nichtjüdin schützte ihn vor der Deportation, jedoch nicht vor Zwangsarbeit und der antijüdischen Gesetzgebung. Deshalb musste er seit Januar 1942 als Brunnenbauergehilfe bei der Firma „Hermann Steben - Pumpen- und Brunnenbaugeschäft“ arbeiten. Am 24. Juni 1943 verunglückte er tödlich bei der Beräumung des Klinikgeländes der Chirurgischen Klinik nach einem Bombenangriff. Julius David wurde auf dem „Sonderfriedhof für Fremdrassige“ in Rostock beigesetzt.


Kennkartenantrag David Julius - Stadtarchiv HRO




Konzert
Yxalag mit neuem Album auf Deutschland-Tournee: „Fun Tashlikh“
Mittwoch, 25. Juli
Einlass: 18.00 Uhr / Beginn: 19.00 Uhr

Eintritt: 15,00 € / 10,00 € (Jugendliche unter 18 Jahren)

Reservierungen: 0381/492 32 09 oder info@max-samuel-haus.de

Yxalag – Klezmerband. Ein Jahrzehnt Bandgeschichte! Aufregend traditionell, inspirierend experimentell, back to the roots ins Hier und Jetzt! Seit zehn Jahren schon touren die sieben Freunde durch die Klezmerwelt und verzaubern auf der Bühne durch ihre ungestüme Leidenschaft bei bestechender Präzision. Yxalag surft auf dem Sog nicht nur dieser scheinbaren Gegensätze: Quer durch die Republik, auf der Jubiläums-CD-Release-Tour im Jahr 2018.
„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“ wusste schon Wilhelm von Humboldt. Und so suchen auch die Musiker der Band Yxalag auf ihrer neuen CD „Fun Tashlikh“ nach neuen Spielarten des Klezmer, nicht ohne sich von den großen Klezmer-Kings der Vergangenheit inspirieren zu lassen.
Vor genau zehn Jahren lernten sich die sieben Freunde im Studium an der Lübecker Musikhochschule kennen. Aus den damals „jungen Wilden“ sind inzwischen professionelle Musiker geworden, mit noch mehr unbändiger Freude am gemeinsamen Musizieren. Die Band hat in stetiger und unermüdlicher musikalischer Arbeit und durch ihr gemeinschaftliches Arrangieren ihr eigenes Klangideal gefunden: Mitreißend, verzaubernd und verklärend. Das fein eingespielte Ensemble mit dem besonderen Sound macht seine Konzerte zum Erlebnis: Das Tanzen, Tosen, Lachen und Weinen des Publikums ist für die Gruppe dabei der beste Antrieb, die Liebe zum Klezmer weiterzutragen. Mit ihrem jugendlichen Charme und der beschwingten Art sind sie gern gesehene Gäste auf den Bühnen internationaler Festivals wie etwa dem Klezmerfestival Fürth, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Schleswig-Holstein-Musikfestival oder dem Klezmer-Festival Malta.
Das Bandjubiläum feiert Yxalag mit dem Erscheinen der vierten CD „Fun Tashlikh“. Das Wortspiel aus dem Namen des jüdischen Bußefests „Tashlikh“ und dem englischen Wörtern „fun“ und „fantastic“ ist ursprünglich Titel eines Klassikers von Naftule Brandwein, einem großen Vorbild der sieben Musiker. Inspiriert durch ihn und andere Größen des Klezmers wie etwa Dave Tarras sucht die junge Klezmerband auf diesem Album nach neuen Wegen. Stets ist sich Yxalag der Herkunft und Ursprünglichkeit der Musik bewusst, interpretiert sie aber neu, anders, zukunftsweisend. Treibende Kräfte sind dabei ihre große Neugier und Offenheit für Neues. So versuchen die Musiker sich selbst und damit auch den Klezmer weiterzuentwickeln. Die Band steht auf dieser CD mehr denn je mit beiden Beinen im Hier und Jetzt, verliert dabei aber nie den Bezug zu den Wurzeln des Klezmers.


Yxalag(C)Christian Bendel




Denksteineinweihung für
Herbert Pommer
Freitag, 27. Juli, 16.00 Uhr
Ort: Lange Str. 7/8 (Höhe Ostseesparkasse), ehemals 72

Der Verein der Freunde und Förderer des Max-Samuel-Hauses e. V. lädt auch im Namen der Spenderin, alle Interessierten zur Teilnahme an der Enthüllung des „Denksteins“ für Herbert Pommer ein. Die Veranstaltung findet in der Langen Str. 7/8, ehemals Hausnummer 72, statt.

Herbert Pommer (18.08.1907 Rostock – 03.01.1944 Auschwitz)
Die Eltern von Herbert Pommer, Gustav und Birthe, führten ein Möbelgeschäft in der Rostocker Langen Straße. Gustav Pommer war im Vorstand des jüdischen Beerdigungsvereins „Chewra Cadisha“ aktiv. Vor der Heirat mit ihm trat die gebürtige Norwegerin Birthe Skolander zum Judentum über. Das Paar hatte außer Herbert noch neun weitere Kinder. Zwei Töchter starben noch vor ihrem ersten Geburtstag. Herbert wurde am 18.08.1907 in Rostock als zweitjüngstes der Geschwister geboren.
Nach seinem Schulabschluss in Rostock begann er in Laage eine dreijährige Lehre zum Kaufmann. Danach arbeitete er zwischen 1926 und 1930 als Verkäufer, zuerst in Ueckermünde dann in Geldern an der niederländischen Grenze. 1930 wurde Herbert in einem Geschäft in Stadthagen bei Hannover Abteilungsleiter. Dort lernte er Louise Nord kennen. Sie konnten im April 1934, noch bevor das Verbot zur Schließung von sogenannten „Mischehen“ von der Nazi-Regierung erlassen wurde, heiraten. Wie seine Geschwister, plante auch Herbert mit seiner Frau nach Chile auszuwandern – sein Pass wurde im September 1935 ausgestellt. Er blieb aber in Deutschland und zog im Januar 1936 nach Rostock, da sein Vater Hilfe im Geschäft brauchte. Im August 1937 beging dieser Suizid. Herbert musste das Geschäft übernehmen und sich um seine Mutter kümmern.
Nach einem Besuch in Hamburg wurde Herbert am 15.11.1938 in Rostock wegen „Rassenschande“ verhaftet und im Landeszuchthaus Alt-Strelitz inhaftiert. Ihm wurde eine Beziehung mit einer ehemaligen Nachbarin nachgesagt. Am 04.01.1939 wurde er aus dem Gefängnis entlassen und der Gestapo übergeben. In Hamburg machte man ihm den Prozess. Im Juni 1939 wurde er für schuldig befunden und zu sechs Jahren Haft verurteilt. Bis März 1943 war er in Bremen-Oslebshausen inhaftiert. Herbert Pommer wurde nach Auschwitz deportiert und dort am 03.01.1944 ermordet.

Nachkommen der nach Chile ausgewanderten Brüder von Herbert waren im vergangenen Jahr zu Besuch in Rostock und im Max-Samuel-Haus. Sie werden an der Denksteineinweihung teilnehmen.


Foto in Familienbesitz - Die Brüder-Ludwig, Julius, Herbert und Günther Pommer




Aktuelle Ausstellung:
"Mecklenburger im Heiligen Land und die deutschen Spuren in Israel"
24. Mai 2018 - 1. Oktober 2018

Im Heiligen Land lebten am Vorabend des Ersten Weltkrieges über 3.000 Christen, meist Württemberger. Als Missionare und Siedler leisteten sie ab den 1860-er Jahren einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung Palästinas, der heute weithin vergessen ist.
Das vorher vernachlässigte, durch Aufstände und Kriege verheerte Land konnte sich erholen, so dass es arabische Einwanderer von Norden und Süden anzog. Hinzu kamen auch deutsche Protestanten, die als Pioniere den ab den 1880-er Jahren einwandernden Juden Vorbild waren.
Diese Tätigkeit und ihre sichtbaren und teils bleibenden Spuren in Israel zeigt das Max-Samuel-Haus in Bild und Exponaten. Kaum bekannt sind die mecklenburgischen und pommerschen Beiträge dazu. So unterstützte der Rostocker Frauenmissions-Gebetsbund die Karmelmission in Haifa. Das erste Kinderspital des Nahen Ostens, das Marienstift in Jerusalem, stifteten Mecklenburgs Großherzog Friedrich Franz II. und seine Frau Marie. Das Tagebuch seiner Reise ins Heilige Land ist ebenso im Max-Samuel-Haus zu sehen, wie Plakate und Packung für in Haifa fabrizierte „Carmel-Seife“ des Mecklenburgers Struve. Der Greifswalder Theologie-Professor Gustaf Dalman, führend in der Erforschung Palästinas, gründete 1902 das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes, das noch heute in Jerusalem besteht, seine Sammlungen hütet das Dalman-Institut in Greifswald.

Kurator der Ausstellung: Dr. Jakob Eisler

Wir danken: Der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und dem Verein für württembergische Kirchengeschichte


Plakat Ausstellung: Mecklenburger im Heiligen Land und die deutschen Spuren in Israel


Allgemeine Informationen zur Ausstellung


Ausstellungszeitraum: 24. Mai 2018 - 1. Oktober 2018
   
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 10.00 - 16.00 Uhr und nach Absprache
   
Kurator: Dr. Jakob Eisler, Landeskirchliches Archiv Stuttgart
   
Führungen: Sonntag, 22.07.2018 um 15.00 Uhr
  Sonntag, 05.08.2018 um 15.00 Uhr
  Donnerstag, 16.08.2018 um 17.00 Uhr
  Sonntag, 26.08.2018 um 15.00 Uhr
  Donnerstag, 13.09.2018 um 17.00 Uhr
  Dienstag, 25.09.2018 um 17.00 Uhr
Führungen werden begleitet durch: Steffi Katschke, Dr. Ulf Heinsohn
   
Eintritt: zur Ausstellung: 3,-€ • bei Führungen: 5,-€
  (für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren freier Eintritt)
   
  Führungen für Gruppen sind auf Anfrage möglich. Bitte sprechen Sie uns an!




Veranstaltungskalender Juli - November 2018:
Weitere Veranstaltungen werden noch bekannt gegeben.

Konzert
Yxalag
Mittwoch, 25. Juli um 19.00 Uhr
Eintritt: 15,00 € / 10,00 € (Jugendliche unter 18 Jahren)


Filmvorführung
"Mein Herz tanzt" (2014) des Regisseurs Eran Riklis
Dienstag, 21. oder 28. August (wetterabhängig) um 20.30 Uhr
Eintritt: 3,00 € / frei (Jugendliche unter 18 Jahren)


Vortrag
Martin Rösel: «Mecklenburger reisen ins Heilige Land; 1914 und 2018»
Dienstag, 18. September um 19.00 Uhr
Eintritt: 3,00 € / frei (Jugendliche unter 18 Jahren)


Finissage-Vortrag
Jakob Eisler: «Rabbiner Cohn aus Stettin»
Montag, 1. Oktober um 18.00 Uhr


Konzert
Adafina
Donnerstag, 22. November um 19.30 Uhr
Eintritt: 10,00 € / 8,00 € (Jugendliche unter 18 Jahren)


 
 
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