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WELLENLÄNGE WISSENSCHAFT Was bleibt? Jüdisches Leben in Rostock zwischen Heimat, Verfolgung und Erinnerung

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Mit „Wellenlänge Wissenschaft ON TOUR“ bringt der Verein Rostock denkt 365° Wissenschaft, Forschende und Geschichte(n) an besondere Orte der Stadt. In 10-minütigen Präsentationen am 8. Oktober 2026 um 19.30 Uhr ist die Veranstaltungsreihe im Max-Samuel-Haus zu Gast.
Diese Ausgabe unterscheidet sich bewusst von früheren Veranstaltungen: Dieses Mal steht nicht die ganze „bunte“ Vielfalt wissenschaftlicher Themen im Mittelpunkt. Stattdessen widmet sich der Abend einem besonderen Kapitel der Rostocker Stadtgeschichte – jüdischem Leben, Verfolgung und Vertreibung in der Zeit des Nationalsozialismus sowie den Fragen nach Heimat, Zugehörigkeit und Erinnerung.
Unter dem Titel „Was bleibt? Jüdisches Leben zwischen Heimat, Verfolgung und Erinnerung“ spannt das Programm einen Bogen von der Geschichte des Ghettos Theresienstadt und dem Schicksal der Rostocker Familie Siegmann bis zur Frage, welche Bedeutung Häuser als Orte religiöser Identität, persönlicher Zugehörigkeit und Erinnerung besitzen. Musik von Studierenden der hmt Rostock und Einblicke in die Geschichte verfemter Musik ergänzen die wissenschaftlichen und historischen Perspektiven des Abends.

 

Programm:
Musik durch Studierende der hmt (Zentrum für Verfemte Musik)

1. Steffi Katschke (Max Samuel-Haus)

„Das Ghetto Theresienstadt“
Theresienstadt war für zehntausende Jüdinnen und Juden ein Ort der Verfolgung, der Entrechtung und des Todes. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Geschichte des Ghettos, seine Funktion im nationalsozialistischen Verfolgungssystem und die Lebensbedingungen der dort Inhaftierten – geprägt von Überfüllung, Hunger, Krankheiten und Zwangsarbeit. Zugleich diente Theresienstadt den Nationalsozialisten als Ort der Täuschung und Propaganda.
Der Rostocker Straßenbahndirektor Richard Siegmann und seine Frau Margarete verbrachten nur wenige Monate dort. Sie starben an den Folgen der katastrophalen Lebensbedingungen. In der derzeitigen Ausstellung im Max-Samuel-Haus wird ihr Leben nachgezeichnet.

2. Volker Ahmels (hmt) und Studierende der hmt (Zentrum für Verfemte Musik)

„Einführung in die verfemte Musik“
Ziel des 2008 gegründeten Zentrums für Verfemte Musik ist es, jene Musiker der Moderne, die Opfer der Gewaltherrschaft wurden, in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und ihre in Vergessenheit geratenen Werke wieder zu spielen. Dabei sind die Musikstudierenden der hmt Multiplikator:innen dieses Anliegens. Die Studierenden erhalten durch die Veranstaltungen des Zentrums die Möglichkeit, die Werke der verfemten Komponisten für ihr Instrument kennen zu lernen, um sie in Zukunft selbst zu Gehör bringen zu können. Eine wichtige Zielgruppe sind dabei auch die Lehramtsstudierenden. Hier liegt die Chance, künftige Generationen zu erreichen, wenn die zukünftigen Musiklehrer das Thema in ihrem Schulunterricht aufgreifen. Das Zentrum für Verfemte Musik kooperiert mit den Musikschulen des Landes, ist tragender Teil einer europäischen Plattform und realisiert wichtige internationale Projekte, Konzerte und Konzerttourneen.

Musik durch Studierende der hmt (Zentrum für verfemte Musik)

3. Soham Al-Suadi (Universität Rostock)

„Wo Zugehörigkeit wohnt. Das Haus als Ort religiöser Identität“
Häuser sind mehr als Architektur. In der Antike waren sie soziale und religiöse Räume: Hier wurde gemeinsam gegessen, gebetet und gefeiert; hier entstanden Gemeinschaften, wurden Zugehörigkeiten sichtbar und religiöse Identitäten ausgehandelt. Auch im antiken Judentum spielte das Haus deshalb eine zentrale Rolle. Der Blick auf das antike Haus führt zugleich nach Rostock. Familiengeschichten wie die der Familie Siegmann zeigen, wie eng Häuser, Erinnerungen und Zugehörigkeit miteinander verbunden sein können. Im Max-Samuel-Haus werden solche Spuren gesammelt, bewahrt und neu zugänglich gemacht. Der Vortrag fragt in einem Bogen von der Antike bis zur Gegenwart, was geschieht, wenn Häuser zu Trägern von Identität werden – und was bleibt, wenn Menschen ihre Häuser verlassen müssen, ihre Erinnerungen aber weitertragen.

Abschließend: Musik durch Studierende der hmt (Zentrum für Verfemte Musik)

  • Art der Veranstaltung: Rostock denkt 365°
  • Wann: 8. Oktober 2026 - 19:30 - 21:30
  • Wo:Max-Samuel-Haus
  • Eintritt: Eintritt frei
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