Das Max-Samuel-Haus bietet Ihnen verschiedene Recherchemöglichkeiten, zur jüdischen Geschichte Rostocks und Mecklenburg-Vorpommerns, jüdischen Friedhöfen und eine Sammlung weiterer Anknüpfungspunkte für Ihre Recherche
Die Website „Juden in Rostock“ wurde durch das Max-Samuel-Haus/Stiftung Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur in Rostock, im Jahr 2010 erarbeitet. Wir danken der „International School for Holocaust Studies (ISHS)/Yad Vashem“, Jerusalem/Israel für die finanzielle Unterstützung. Diese Homepage wird zwar nicht weiter aktualisiert, bietet Ihnen jedoch weiterhin einen grundlegenden Überblick über Orte und Personen jüdischer Geschichte Rostocks.
Jüdische Friedhöfe unterscheiden sich grundlegend von christlichen oder kommunalen Friedhöfen. Während dort Gräber nach einer festgelegten Zeit aufgelöst und neu belegt werden, sind jüdische Friedhöfe als ‚Haus der Ewigkeit‘ angelegt.Â
Das heißt, dass Gräber weder aufgelöst, noch die Begräbnisplätze neu belegt werden – die Gräber bleiben dauerhaft bestehen. Um diese Beständigkeit zu gewährleisten, erwarben jüdische Gemeinden das Land für ihre Friedhöfe. Daher sind auch heute noch nahezu unveränderte mittelalterliche jüdische Friedhöfe in Deutschland erhalten, etwa der berühmte Friedhof in Worms.
Nach jüdischem Ritus sind Erdbestattungen die Regel, während Feuerbestattungen traditionell unüblich sind. Die jüdische Bestattungskultur hat sich im Laufe der Zeit gewandelt, und verändert sich auch heute noch weiter.
Die meisten heute erhaltenen jüdischen Friedhöfe stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Während im Mittelalter Grabinschriften auf Hebräisch üblich waren, finden sich auf modernen Grabsteinen oft zweisprachige Inschriften auf den Grabsteinen: deutsch und hebräisch.
Viele Grabsteine tragen zudem ikonographische Elemente. Einigen davon ist eine religiöse Bedeutung zuzuweisen, wie etwa Shabbat-Kerzen, segnende Hände, Kronen oder Torah-Rollen. Andere Motive, beispielsweise Palmzweige oder Ornamente, dienen vor allem zur Dekoration.
Bereits im Mittelalter gab es in Rostock einen jüdischen Friedhof. Historische Quellen belegen seine Existenz, doch sind heute im Stadtbild keine Spuren mehr erhalten. Der mittelalterliche jüdische Friedhof lag außerhalb der Stadtmauer vor dem Kröpeliner Tor, vermutlich im Bereich der Ecke Arnold-Bernhard-Straße / Am Vögenteich. Mit der Vertreibung der jüdischen Gemeinde aus Rostock während der Pestwelle 1349/50 wurde der Friedhof notgedrungen aufgegeben.
Mit der Neugründung der jüdischen Gemeinde im Jahr 1870 erhielt die Gemeinde eine Fläche für einen jüdischen Friedhof (zunächst von der Stadt gepachtet): ein Abschnitt auf dem städtischen Friedhof, dem heutigen Lindenpark. Bis 1942 wurden dort insgesamt über 360 Personen bestattet. Im Januar 1873 fand die erste Beerdigung statt: die 20-jährige Minna Herzfeld aus Brüel. Zu den hier bestatteten Persönlichkeiten zählen unter anderem Berta Samuel (geb. Gessner), die Ehefrau Max Samuels, sowie der Fabrikant Siegmund Bernhard, der von 1900 bis 1923 Vorsitzender der Israelitischen Gemeinde Rostock war.
Im Mai 2018 waren noch 182 Grabstellen erkennbar, wobei 176 jüdische Grabsteine erhalten sind. In der Nachkriegszeit wurde der Friedhof mehrfach umgestaltet: 1963 wurde ein Gedenkstein errichtet und 1978 die Grabsteine auf die Rasenfläche gelegt. 1988 wurden die Grabsteine wieder aufgerichtet und ein neues Mahnmal eingeweiht. Die heutige Jüdische Gemeinde Rostock verfügt seit 1996 über einen neuen Friedhof auf einem Abschnitt des Rostocker Westfriedhofs. Der Gemeinde wurde hierfür ein etwa 3000 m² großes Areal für einen symbolischen Preis zur Verfügung gestellt. Â
Für den jüdischen Friedhof im Lindenpark steht eine alphabetische Auflistung der dort bestatteten Jüdinnen und Juden als PDF zur Verfügung.
Sofern eine Grablage bekannt ist, können die Grabstellen mithilfe eines schematischen Lageplans auf dem Friedhof gefunden werden. Personen ohne verzeichnete Grablage sind zwar in Rostock verstorben, jedoch nicht auf dem jüdischen Friedhof im Lindenpark bestattet.
Die Liste und der Lageplan wurden von Dr. Tim Peppel erstellt und dem Max-Samuel-Haus zur Verfügung gestellt. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an: dr.peppel@gmail.com.
Die Liste und der Lageplan wurden von Dr. Tim Peppel erstellt und dem Max-Samuel-Haus zur Verfügung gestellt. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an: dr.peppel@gmail.com.
In Mecklenburg-Vorpommern sind heute zahlreiche jüdische Friedhöfe erhalten, wenngleich viele nach Vertreibung der Jüd:innen im Mittelalter, oder in der NS-Zeit aufgelöst, aufgegeben und zerstört wurden. Auf der Homepage juden-in-mecklenburg.de finden Sie eine Auflistung der jüdischen Friedhöfe in Mecklenburg, inklusive Geschichte der Orte und Erläuterungen zum heutigen Zustand.
Momentan arbeiten die jüdische Landesgemeinde und der Beauftragte für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus in Mecklenburg-Vorpommern an einem Projekt zur Erfassung und Erschließung aller jüdischer Friedhöfe in MV.Â
Da viele der Friedhöfe heute nicht mehr aktiv genutzt werden, haben Witterung und Zeit an zahlreichen Grabanlagen deutliche Spuren hinterlassen. Ziel des Projekts ist es, die Friedhöfe systematisch zu dokumentieren und zugleich die dringendsten Restaurierungs- und Sicherungsmaßnahmen zu identifizieren und anzustoßen, um dieses wichtige kulturelle Erbe langfristig zu bewahren.
Primärquellen aus Archiven sind essenziell für eine fundierte Recherche zur jüdischen Geschichte und Kultur. Die folgende Zusammenstellung führt Sie zu zentralen Archivstandorten in Rostock, Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus. Ergänzend finden Sie Verweise auf spezialisierte Online-Datenbanken zur Ahnen- und Grabstättenforschung.
Originalquellen zur jüdischen Geschichte Rostocks finden Sie in unserem Archiv, im Stadtarchiv Rostock und ausgewählte Quellen zudem im Universitätsarchiv.
Landeshauptarchiv Schwerin (Landesarchiv Standort Schwerin)
Â
Quellen zur jüdischen Geschichte einzelner Städte, wie Wismar, Greifswald oder Stralsund, finden Sie in den jeweiligen Stadtarchiven oder für die kleineren Städte in den Kreisarchiven.
Eine Übersicht über die Archive in Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier:
Zur Geschichte der Shoah/des Holocaust können Sie im Archiv der Gedenkstätte Yad Vashem recherchieren. Eine Vielzahl an Quellen ist dort auch digitalisiert und somit online einsehbar.
Â
Zur jüdischen Geschichte Deutschlands werden Sie im ‚Zentralarchiv zur Erforschung der Juden in Deutschland‘. Auch hier können Sie digitalisierte Quellen online einsehen.Â
Â
Suchen Sie Quellen zur Geschichte Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges, können Sie im Bundesarchiv fündig werden.
Â
Das Arolsen-Archiv bietet Ihnen eine Vielzahl an Quellen zur Geschichte der Shoah/des Holocaust. Nach eigener Aussage ist das Arolsen-Archiv „das größte Archiv über Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus.“
Recherchieren Sie Grabstätten von Personen hier:
Â
Epidat bietet Ihnen Einblicke in jüdische Grabinschriften:
An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl an Literatur, die Sie dabei unterstützt einen genaueren Einblick in die Jüdische Geschichte Rostocks zu erhalten
Landeshauptarchiv Schwerin (Landesarchiv Standort Schwerin)
Â
Quellen zur jüdischen Geschichte einzelner Städte, wie Wismar, Greifswald oder Stralsund, finden Sie in den jeweiligen Stadtarchiven oder für die kleineren Städte in den Kreisarchiven.
Eine Übersicht über die Archive in Mecklenburg-Vorpommern finden Sie hier:
Zur Geschichte der Shoah/des Holocaust können Sie im Archiv der Gedenkstätte Yad Vashem recherchieren. Eine Vielzahl an Quellen ist dort auch digitalisiert und somit online einsehbar.
Â
Zur jüdischen Geschichte Deutschlands werden Sie im ‚Zentralarchiv zur Erforschung der Juden in Deutschland‘. Auch hier können Sie digitalisierte Quellen online einsehen.Â
Â
Suchen Sie Quellen zur Geschichte Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges, können Sie im Bundesarchiv fündig werden.
Â
Das Arolsen-Archiv bietet Ihnen eine Vielzahl an Quellen zur Geschichte der Shoah/des Holocaust. Nach eigener Aussage ist das Arolsen-Archiv „das größte Archiv über Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus.“
Recherchieren Sie Grabstätten von Personen hier:
Â
Epidat bietet Ihnen Einblicke in jüdische Grabinschriften:
Max-Samuel-Haus
Stiftung Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur in Rostock
Schillerplatz 10
18055 Rostock
Ausstellung
Dienstag – Freitag
10–16 Uhr
und nach Vereinbarung
Bürozeiten
Montag–Freitag
9–16 Uhr
und nach Vereinbarung
Bankverbindung:
Ostseesparkasse Rostock
IBAN:
DE39 1305 0000 0220 0145 66
BIC:Â Â
NOLADE21ROS
Â