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10. Jüdische Kulturtage: „Ich staune, dass Sie in dieser Luft atmen können“ – Heimatpraktiken und -gefühle in jüdischen Gemeinden an Rhein und Ruhr nach 1945

Dienstag, 3. November 2026

Aufgrund eines technischen Problems, finden Sie das Programm der Kulturtage nicht auf der Seite der Jüdischen Gemeinde Rostock, sondern hier.

Das Festival für jüdische Kunst und Kultur feiert sein Jubiläum mit zehn Veranstaltungen an neun Orten!

Wer hätte das gedacht, wir feiern unser Jubiläum. Die Jüdischen Kulturtage in Rostock finden zum 10. Mal statt. Im Judentum und in der jüdischen Kultur spielt die Zahl 10 eine große Rolle. Unsere Gelehrten sagen, nur die Zahlen 3 und 7 seien noch wichtiger als die 10. Bekanntlich sind es 10 Gebote, die Mosche auf dem Berg Sinai von Gott erhielt und für ein gemeinsames Gebet brauchen wir 10 jüdische Männer, einen Minjan. Und eine Stadt gilt übrigens als groß, wenn es zu Purim mindestens 10 Personen gibt, die zu dem Fest gerade ohne Beschäftigung sind und deshalb zum Lesen der Esther-Rolle in die Synagoge gerufen werden können.

Rückblickend auf die zehn Jahre, in denen wir das Festival durchführen konnten, kann ich sagen, dass sich unsere Rostocker jüdischen Kulturtage trotz des nicht ganz einfachen Starts im Jahr 2016 etabliert haben. Die Veranstaltungen sind überwiegend gut besucht. Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt bewerben sich, um auftreten zu können.

Als Organisatoren möchten wir in erster Linie unseren Rostockerinnen und Rostockern, aber auch den Gästen unserer Stadt ein abwechslungsreiches Programm bieten und auch immer etwas zum Nachdenken. Wir als Gemeinde hätten das Alles nie alleine geschafft. Deshalb richte ich meinen aufrichtigen Dank an die Förderer, speziell den Zentralrat der Juden in Deutschland, das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Hanse- und Universitätsstadt Rostock sowie unsere liebgewonnenen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner.

Ich läute nun also die Glocke und lade Sie alle recht herzlich zu unseren Veranstaltungen ein.

Juri Rosov, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Rostock

 

Sebastian Braun, Vortrag „Ich staune, dass Sie in dieser Luft atmen können“ – Heimatpraktiken und -gefühle in jüdischen Gemeinden an Rhein und Ruhr nach 1945

Nach 1945 war es alles andere als selbstverständlich, dass jüdische Überlebende einen Neuanfang im „Land der Täter“ wagten.
Umso notwendiger erscheint es danach zu fragen, “wie” und “warum” einige wenige Überelebende jüdisches Gemeindeleben im Nachkriegsdeutschland wiederaufbauten.

Am Beispiel jüdischer Gemeinden des Ruhrgebiets untersucht Sebastian Braun wie sich Jüdinnen und Juden nach der Shoah wieder beheimateten und welche Gefühle mit einem Neuanfang verbunden waren. Auf Basis historischer Dokumente versucht er Motive und Gefühle zu rekonstruieren und gibt Einblicke in seine bisherigen Forschungsergebnisse.

Sebastian Braun hat Germanistik und Geschichte an der Universität Duisburg-Essen studiert. Von 2018 bis 2020 arbeitet er als wissenschaftlicher Volontär im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und anschließend im Jüdischen Museum Westfalen. Seit 2022 ist er wissenschaftlicher Mitarabeiter und Doktorand am Arbeitsbereich „Geschichte und ihre Didaktik“ an der Bergischen Universität Wuppertal.

  • Art der Veranstaltung: 10. Jüdische Kulturtage (25.10.-08.11.2026), Förderverein, Vortrag
  • Wann: 3. November 2026 - 18:30 - 20:00
  • Wo:Max-Samuel-Haus, Schillerplatz 10
  • Eintritt: Freier Eintritt
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