Bürozeiten: Mo–Fr 9–16 Uhr
Telefon: 0381 492 32 09

Förderverein

Der Verein der Freunde und Förderer des Max-Samuel-Hauses e. V. wurde 1990 gegründet und begleitet seitdem engagiert die Arbeit des Max-Samuel-Hauses. Er leistet dabei nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern bringt sich ebenso ideell und tatkräftig in vielfältiger Weise ein.

Mit großem Einsatz initiiert und realisiert der Förderverein regelmäßig Veranstaltungen, Projekte, Aktionen und Exkursionen, die das Haus lebendig machen und seine Bedeutung in die Öffentlichkeit tragen. Ein besonderes Herzensanliegen ist das Denksteinprojekt, das in vielen Städten unter dem Namen „Stolpersteine“ bekannt ist und einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur leistet.

Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen über unsere Arbeit und unsere Ziele. 

Das sind wir – der Vorstand

Unser Vereinsvorstand setzt sich zusammen aus: Dr. Jan-Peter Schulze, Vorstandsvorsitzender; Dr. Hella Ehlers, stellvertretende Vorstandsvorsitzende; Marie Lehmann, Schatzmeisterin; Steffi Katschke, Beisitzerin; Max Paetzold, Beisitzer.

Unser Engagement

Der Förderverein des Max-Samuel-Hauses Rostock engagiert sich seit vielen Jahren für die Förderung von Kultur, Bildung und Erinnerungskultur in Rostock. Ziel des Vereins ist es, die Arbeit des Max-Samuel-Hauses nachhaltig zu unterstützen und seine Bedeutung als Ort des Gedenkens und der Begegnung weiter zu stärken.

Beipsielveranstaltung, Hier zu sehen das von uns am ... veranstaltete Konzert ...
Förderung von Veranstaltungen und Bildungsangeboten

Ein zentraler Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist die finanzielle Unterstützung vielfältiger Veranstaltungen im Max-Samuel-Haus Rostock. Dazu zählen Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Vorträge sowie Zeitzeug:innengespräche. Diese Formate leisten einen wichtigen Beitrag zur historischen Bildung und fördern den gesellschaftlichen Dialog über Vergangenheit und Gegenwart.

Eigenes Engagement und Projekte in Rostock

Neben der Förderung bestehender Angebote initiiert der Förderverein Rostock auch eigene Projekte, Veranstaltungen und Exkursionen. Mit großem Engagement schafft der Verein lebendige Zugänge zur Geschichte und stärkt die regionale Erinnerungskultur.

Denksteinprojekt Rostock („Stolpersteine“)

Ein herausragendes Projekt ist das Denksteinprojekt Rostock, das vielerorts unter dem Namen „Stolpersteine“ bekannt ist. Ziel dieses Erinnerungsprojekts ist es, der jüdischen Bevölkerung Rostocks zu gedenken, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, ermordet oder in den Freitod getrieben wurde.

Die Denksteine werden an den letzten bekannten Wohnorten der Opfer verlegt und machen ihre Schicksale im Stadtbild sichtbar. Seit 2001 widmet sich der Förderverein des Max-Samuel-Hauses intensiv der Recherche der Biografien sowie der Organisation und Umsetzung der Denksteinverlegungen in Rostock.

Hier einen erstern Spendenaufruf platzieren?

Aktuelle Termine

Der Förderverein des Max-Samuel-Hauses Rostock lädt regelmäßig zu vielfältigen Veranstaltungen, Projekten und Exkursionen ein und gestaltet aktiv die Erinnerungskultur in Rostock. Entdecken Sie hier unsere nächsten Termine und erleben Sie unsere Vereinsarbeit hautnah!

16 April Donnerstag
Förderverein, Vortrag

PD Dr. Sebastian Voigt: Mythos Antifaschismus. Die DDR und der lange Schatten des Antisemitismus

Wann:Donnerstag, 16. April 2026 17:00 - 19:00 / Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock, Grüner Weg 5, 18055 Rostock
25 Februar Mittwoch
Förderverein, Lesung

Buchvorstellung von Alexander Walther: Die Shoa und die DDR

Wann:Mittwoch, 25. Februar 2026 18:30 - 20:30 /
20 November Donnerstag
Förderverein, Vortrag

Erinnern sichtbar machen – Über die Restauration vergessener jüdischer Friedhöfe

Wann:Donnerstag, 20. November 2025 19:00 - 21:00 /

Hier eventuel ein Newsblock? (nur falls regelmäßig Conten, der sich von den Ankündigungen von Veranstaltungen unterscheidet

Rückblick

Werfen Sie einen Blick auf die Höhepunkte der vergangenen Jahre. Der Rückblick gibt Ihnen einen kompakten Überblick über ausgewählte Projekte, Veranstaltungen und Meilensteine des Fördervereins.

2025

2025–2026

Neugestaltung der Homepage des Max-Samuel-Hauses

16. Juni 2025

Friedhofspflege: Grabsteinreinigung auf dem jüdischen Friedhof im Lindenpark (in Kooperation mit der Uni Rostock und der Jüdischen Gemeinde Rostock)

13. Mai 2025

Denksteinverlegung für Horst David

20. Mai 2025

Denksteinverlegung für Anna Becker

16. Februar 2025

Exkursion „Auf (un-)sichtbaren jüdischen Spuren jüdischen Lebens in MV“ nach Wismar und Neubukow

6. Februar 2025

Vortrag: „Wienerbarn“ – Die norwegische Rettungsaktion jüdischer Kinder aus Wien 1938/1939 (Christine Meibeck)

26. Januar 2025

Denksteinreinigung anlässlich des internationalen Holocaustgedenktages

November 2024

Veröffentlichung: Neue Denksteinbroschüre zu den Denksteinen in Rostock

29. Oktober 2024

Buchvorstellung: Esthers Spuren. Die Geschichte der Shoa-Überlebenden Esther Bejarano und der Kampf gegen Rechtsextremismus (Benet Lehmann)

9. Oktober 2024

Denksteinverlegung für Anszel und Basia Nowak und ihren Kindern Chaja, Leib, Fanni und Isaak

18. November 2024

Vortrag: Schiffe voller Hoffnung und Verzweiflung: Die Vertreibung deutscher Jüdinnen und Juden aus NS-Deutschland und ihre maritimen Fluchtwege und Erfahrungen, 1933–1945 (Björn Siegel)

9. Juli 2024

Denksteinverlegung für Henny Hirsch

5. Juni 2024

Buchvorstellung: Judenhass. Eine Geschichte ohne Ende? (Sebastian Voigt)

6. Mai 2024

Vortrag: Einführung in die Onlineausstellung „Erinnerungsort Wulkow – ein Außenlager des Ghettos Theresienstadt“ (Nils Weigt)

28. April 2024

Exkursion nach Heiligengrabe und Bad Wilsnack

7. April 2024

Denksteinverlegung für Gertrud Prager

21. Januar 2024

Denksteinreinigung anlässlich des internationale Holocaustgedenktages

2023

Denksteinverlegungen: Familie Kalb, Bernhard Borhardt und Johanna Salomon, geb. Bernhard

16. Oktober 2023

Konzert des WAKS-Ensembles im Rahmen der jüdischen Kulturtage

9. Mai 2023

Film: Ernst Heinkel – Ein Traum vom Fliegen

16. April 2023

[Gedenkstättenfahrt zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hamburg)]

22. Januar 2023

Denksteinreinigung anlässlich des Holocaustgedenktages 2023

10. Januar 2023

Führung durch die Ausstellung „Heinkel in Rostock“ im Kulturhistorischen Museum Rostock

2022

Denksteinverlegungen: Lilli und Günther Brann, Paula Bayer, geb. Nathan

6. November 2022

Workshop: War (Ur-)Opa Nazi? Umgang mit NS-Täter:innenschaft in Familie und Gesellschaft (im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus 2022 der AAS)

11. Oktober 2022

Vortrag: Abgelehnt! Zulassungsanträge „nichtarischer“ Bewerberinnen für ein Chemiestudium in Rostock im Nationalsozialismus (Hannes Christen) (im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus 2022 der AAS)

7.–9. Juni 2022

[Exkursion nach Halberstadt]

13. März 2022

[Vereinsfahrt/Exkursion] nach Sternberg mit Prof. Dr. Kristin Skottki

23. Januar 2022

Denksteinreinigung anlässlich des Holocaustgedenktages 2022

2021

Denksteinverlegung für Bruno Gimpel, Johanna (geb. Baumgarten) und Louis Simon, Richard Siegmann [Verlinkung zum Denkstein-Reiter]

Januar 2021

Veröffentlichung eines [Faltblatts] zu den Denksteinen in Rostock

Geschichte des Fördervereins

Der Förderverein des Max-Samuel-Hauses in Rostock blickt auf eine langjährige Geschichte zurück. Erfahren Sie mehr über die Entwicklung, das Wirken und die kontinuierliche Unterstützung für Erinnerungskultur und Bildungsarbeit in Rostock.

Ende der 1970er Jahre begannen Historikerinnen und Historiker erstmals intensiv mit der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Rostock. In Archiven wurde geforscht, Dokumente gesichtet und der Kontakt zu ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürgern gesucht, die die Shoah überlebt hatten und heute weltweit leben.

1982 erschienen erste Zeitungsbeiträge, die das Thema in die Öffentlichkeit brachten. Besonders der Historiker Frank Schröder (1958–2014) prägte diese frühe Phase mit öffentlichen Vorträgen und einer intensiven publizistischen Arbeit. Seine Artikelserie zur jüdischen Geschichte Rostocks in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten (1986) legte den Grundstein für das bedeutende Standardwerk „Zwischen Emanzipation und Vernichtung. Zur Geschichte der Juden in Rostock“ (1988).

Historische Aufnahmen, alte Zeitungsausschnitte zur jüdischen Geschichte Rostocks, Foto von Frank Schröder?
Zeitzeugen, Forschung und internationale Vernetzung

Ein zentraler Bestandteil dieser Aufarbeitung waren Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die mit persönlichen Erinnerungen, Dokumenten und Interviews entscheidend zur historischen Rekonstruktion beitrugen.

z.B. Porträtfoto von Ya’akov Zur oder eine Vortrags- bzw. Begegnungssituation in Rostock

Eine besondere Rolle spielte der israelische Historiker Ya’akov Zur (1924–2013), geboren in Rostock als Alfred Zuckermann. Er vermittelte Kontakte zu Überlebenden, berichtete bei seinen Besuchen in Rostock und sprach in Vorträgen über sein Leben, den Holocaust, Israel und den Zionismus. Damit wurde die Erinnerungskultur in Rostock auch international vernetzt und vertieft.

Gründung des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur (1990)

Aus dem wachsenden gesellschaftlichen Interesse heraus formierte sich 1990 eine engagierte Initiative, die sich der Erinnerung und Aufklärung widmete, vor allem aus Mitgliedern des Arbeitskreises Kirche und Judentum der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. Am 11. Juni 1990 wurde die „Vereinigung für jüdische Geschichte und Kultur in Rostock e. V.“ gegründet – mit dem Ziel, jüdisches Leben sichtbar zu machen und aktiv gegen Antisemitismus zu wirken.

Der erste Vorstand bestand aus Frank Schröder (Vorsitz), Pastor Dr. Fred Mahlburg (stellvertretender Vorsitz) und Christiane Niemann (Schriftführerin). Der Verein, mit Sitz in der August-Bebel-Straße 100,  etablierte sich schnell als wichtige Bildungs- und Begegnungsplattform in der Stadt und organisierte unter anderem Lehrerfortbildungen sowie Veranstaltungen für Schüler:innen. Im Sommer 1990 regte er eine öffentliche Diskussion über die Entschädigung jüdischer Opfer des Nazi-Regimes an, einschließlich der Zurückgabe von Immobilien an die Jüdinnen und Juden.

z.B. Gruppenfoto oder historische Aufnahmen aus den frühen Vereinsjahren
Beratung, Begegnung und neue Perspektiven

Mit dem Zuzug jüdischer Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion im Jahr 1990 entstand ein neuer Bedarf an Unterstützung und Austausch. Der Verein richtete in der August-Bebel-Straße eine Beratungsstelle ein, die praktische Hilfe bei Integration, Alltag und Orientierung bot.

z.B. Porträtfoto von Ya’akov Zur oder eine Vortrags- bzw. Begegnungssituation in Rostock

Gleichzeitig wuchs der politische Wille, einen festen Ort für Erinnerung und Forschung zu schaffen. Auf Initiative des Vereins rief die Hansestadt Rostock 1991 die Stiftung „Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur in Rostock / Max-Samuel-Haus“ ins Leben. Die Hansestadt sowie das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützten das Haus von Beginn an kontinuierlich.

Auch die Familie Samuel trug entscheidend dazu bei: Herbert Samuel übertrug den Anspruch auf das Elternhaus auf die Stiftung und machte damit den Weg für einen dauerhaften Erinnerungsort frei

Neuer Name, neue Ausrichtung (ab 1993)

1993 erfolgte eine wichtige Weiterentwicklung: Der Verein benannte sich in „Verein der Freunde und Förderer des Max-Samuel-Hauses e. V.“ um. Damit wurde die enge Verbindung zum entstehenden Max-Samuel-Haus sichtbar und der Grundstein für die heutige Arbeit gelegt.

Mit dieser Neuausrichtung begann eine neue Phase des Engagements: Der Förderverein entwickelte sich zu einer tragenden Säule des Max-Samuel-Hauses und setzte sich seitdem gezielt dafür ein, die Erinnerungskultur, Bildung und Begegnung in Rostock lebendig zu gestalten.